Vision JournalMichael Obert

Alles erreicht - und trotzdem nicht happy.
Mit einer starken Personal Vision wieder
Freude und Orientierung gewinnen.

Erfolgreicher Exit als Gründer: Zweistelliger Millionenbetrag auf dem Konto, ein Jahr Weltreise, Porsche, Traumhaus am Meer. Der junge Unternehmer aus München hatte nach sieben fokussierten und engagierten Jahren sein großes Ziel erreicht: Sein Startup war verkauft. Er brauchte jetzt nie mehr zu arbeiten und konnte von den Zinsen seines Vermögens leben.
„Ich bin endlich dort angekommen, wo ich immer hinwollte“, sagte der sportliche Mann mit den blonden Locken, als er ins Coaching kam. „Ich könnte jetzt einfach glücklich und zufrieden sein und das Leben genießen, aber alles fühlt sich seltsam leer an.”
Seit der Rückkehr von seiner Weltreise, nach dem ersten High, spüre er eine seltsame Unzufriedenheit, sei oft gereizt und zunehmend frustriert. „Habe ich etwas falsch gemacht?“, fragte er sich in seiner ersten Session. „Wäre es besser gewesen, nicht zu verkaufen und an Bord zu bleiben? Oder hätte ich vielleicht doch lieber Arzt werden sollen?”
Natürlich kann es immer sein, dass wir Ziele verfolgen, die gar nicht wirklich unsere Ziele sind. Vielleicht machen wir etwas vor allem deshalb, weil andere es von uns erwarten. Meine Erfahrung im Coaching ist allerdings eine andere: Gerade nach großen Erfolgen entstehen Krisen häufig, weil sich ein tiefes Loch auftut.

Weit verbreitetes Phönomen: Krisen nach Erfolgen

Paradox? Tatsächlich gibt es viele Beispiele dafür, dass man nach Erfolgen, Prüfungen oder dem Abschluss eines ambitionierten Projekts in ein Loch fallen kann: Der Schweizer Tennisprofi Stan Wawrinka fühlte sich nach seinem Grand Slam-Erfolg in Paris deprimiert, der Fußballer André Schürrles nach dem WM-Titel 2014 einsam und überfordert. Bei Borussia Dortmund konnte er danach nicht mehr an seine frühere Form anknüpfen.

Ein Leben in der Hängematte. Ferien. Für immer. Eine schöne Illusion, die meist schief geht.

In meinem letzten Leben als Auslandsjournalist habe ich unterwegs in der Karibik, auf entlegenen Atollen im Indischen Ozean oder in der Südsee, aber auch auf den Kanaren und auf Mallorca, immer wieder Menschen getroffen, die alles erreicht hatten – und trotzdem nicht happy waren.

Sie lebten dank eines “großen Deals” oder dank der Früchte engagierter Arbeit an paradiesischen Orten in tollen Häusern, doch die finanzielle Freiheit, von der sie lange geträumt hatten, konnte ganz schön anstrengend sein.

Das drängende Bedürfnis nach Wertschätzung und Sinn.

Vielen fehlte es an Anerkennung, Wertschätzung und Sinnhaftigkeit. Sie hatten das Gefühl, keine Aufgabe zu haben, keinen Mehrwert zu leisten, nicht ausgelastet zu sein. Häufig fragten sie sich: „Was mache ich hier überhaupt?“ Einige tranken, einer brachte sich um.

Große Erfolge können unser Leben zwar sehr viel angenehmer machen und uns interessante Optionen eröffnen, doch sie können unser Glücksbedürfnis nicht dauerhaft erfüllen. Wenn wir uns auf unserer ersehnten Trauminsel an den Strand legen, mögen sich Zufriedenheit, Wohlbefinden und Freude einstellen. Doch wenn wir dort eine Weile entspannt und Mojito geschlürft haben, verflüchtigen sich unsere guten Gefühle wieder.

Aufbruch und Bewegung: Stetig neue kleine und größere Herausforderungen sind der Schlüssel zu Zufriedenheit, Wohlbefinden und Freude.

Ein Luxusproblem? Keinesfalls. Schuld ist unser Gehirn. Genauer: unser Motivations- und Belohnungssystem. Immer wenn wir von einer Situation etwas Positives erhoffen, werden vermehrt Dopamin, Endorphine und körpereigene Opiate ausgeschüttet. Diese kurbeln unsere Glücksgefühle an und sorgen in unserem Gehirn dafür, dass wir die Dinge, die wir uns wünschen, auch wirklich erreichen wollen.

Es ist also derselbe Mechanismus, der uns zuerst auf die Trauminsel bringt und der dann nach einer Weile dafür sorgt, dass wir uns dort nicht mehr wohlfühlen, weil es uns an Herausforderungen fehlt, die unser Glücksgefühl anregen könnten. Bei Stillstand verflüchtigen sich Zufriedenheit und Wohlbefinden. Was wir dann brauchen, ist ein positiv aufgeladenes neues Ziel, das wir anstreben können.

“Um dieses gute Gefühl wieder zurückzugewinnen, muss ich zurück auf die Landstraße, zu neuen Horizonten aufbrechen”, sagte mein Klient nachdenklich. „Die Frage ist nur: Wohin?“

Mit einer starken Personal Vision wieder Klarheit und Orientierung gewinnen.

Hier kommt die Personal Vision ins Spiel. Unsere Vision ist das große Ganze, das Big Picture, das uns Klarheit über unsere Ziele und Wünsche schenkt. Im Coaching hat der Gründer aus München ein solches positiv aufgeladenes Bild seiner Zukunft entwickelt: ein Startup im Energiebereich, das die Welt in Zeiten des Klimawandels einen großen Schritt voranbringen würde. Mit dieser Vision hat er wieder Klarheit, Orientierung und Richtung gewonnen. Und jede Menge Freude und Sinn in sein Leben gebracht.

Glück ist ein großes Wort, das ich nie leichtfertig benutze. Am Ende ist es dann aber doch recht einfach: Letztlich geht es darum, in Bewegung zu bleiben und das Leben immer wieder durch kleine und größere Herausforderungen zu bereichern.

Tipps
&
Hacks

Nach einem Erfolg in ein Loch gefallen?

Meine Erfahrung im Coaching: Feiern Sie ordentlich (falls noch nicht geschehen), ruhen Sie sich aus, faulenzen Sie – und suchen Sie sich dann eine neue Herausforderung.

Das müssen gar nicht immer gleich die dicken Bretter sein. Oft reichen schon ganz kleine Dinge, um uns wieder in Bewegung zu bringen: Etwas Neues lernen, ein neues Hobby austesten, schwierige Kochrezepte ausprobieren.

Nach einem großen persönlichen Erfolg habe ich über den letzten Winter auf dem Land zum Beispiel das Räuchern gelernt. Zuerst mit Garnelen, dann mit selbst gefangenen Fischen. Mein Grad an Zufriedenheit hat sich sofort deutlich erhöht. Trotz des grauen Himmels über den Feldern.

Um aus dem Loch herauszukommen, fragen Sie sich:
Was würde mir Spaß machen? Worauf hätte ich Lust?

Und dann fangen Sie einfach damit an.

Tiefer eintauchen? In Ihrer kostenlosen NEXT LEVEL-Session klären wir, worum es Ihnen geht und wie ich Sie als Coach am besten unterstützen kann.